Christian Baldauf

Ihr Draht nach Mainz



Rede vom 6 Dez 2016

Liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde, 
 
Wenn wir uns die aktuelle Situation betrachten, dann bin ich überzeugt, dass die Kritik an der Flüchtlingspolitik auch ein Ventil ist. 

Wo sich Sorgen Luft machen, die aus Berliner Sicht manchmal klein erscheinen, die vor Ort, vor allem in Dörfern, in strukturschwachen Regionen, aber gewaltig sind. Man spürt dort unmittelbar, was fehlt. Hier der  Bus, dort die Grundschule, im Gewerbegebiet das schnelle Internet, der Arzt, der Supermarkt, das Schwimmbad und der Musikverein, der sein letztes Konzert gibt. 

Mehr als zwei Millionen Wohnungen stehen in Deutschland leer. Und wie bitter ist es, wenn sich jemand 20 Jahre mühsam sein Häuschen abgespart hat und das am Ende dann kaum noch was wert ist.

Und es ist wichtig, dass die Leute uns das sagen - und genauso wichtig ist, dass wir den Leuten zuhören. Wir müssen uns mehr Gedanken in der Partei um praktische, spürbare, konkrete Lösungen im Alltag machen.

Die einfachen Wünsche vieler Menschen wieder mehr beachten: eine unbefristete Arbeitsstelle in einem ordentlichen Beruf, eine bezahlbare Wohnung,oder in einem Dorf zu leben, das nicht allmählich herunterkommt, das aber vielleicht gerade in der Kombination niedriger Mieten, schnellem Glasfaserausbau und kreativem Engagement neue Attraktivtät finden kann. 

Liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde,

wir haben in Deutschland allen Grund zu Optimismus. Wir dürfen kein Optimismus-Vakuum entstehen lassen. Ansonsten stärken wir die Populisten am rechten und am linken Rand. Ja, uns geht es gut in Deutschland, viel besser als in den meisten anderen Ländern. Wir haben hohe, attraktive Sozialstandards. Und doch brechen seit Jahren in vielen Leben kleine Anker weg, Sicherheiten, Verlässlichkeiten.

Und genau dafür müssen wir einen neuen Blick gewinnen. 

In Zeiten die uns fordern: 
Heimat schaffen, 
Heimat sein, 
Heimat bleiben.
 





Themen



Aktuelle Reden


Archiv